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Wie gefährlich sind der Transport und die Verpackung des Atommülls im Endlager?

Ein «Castor»-Behälter mit radioaktivem Abfall wird von der Schiene auf die Strasse umgeladen.

Ein «Castor»-Behälter mit radioaktivem Abfall wird von der Schiene auf die Strasse umgeladen. Bild: Zwilag

Was innerhalb von Anlagen mit radioaktiven Stoffen gilt, gilt ausserhalb erst recht: Die Sicherheit hat beim Transport von radioaktiven Abfällen oberste Priorität. In der Schweiz werden radioaktive Abfälle und ausgediente Brennelemente heute per Eisenbahn und Lastwagen zum Zentralen Zwischenlager (Zwilag) in Würenlingen AG transportiert. Dort bleiben sie so lange zwischengelagert, bis ihre Wärme genügend abgeklungen ist und sie im geologischen Tiefenlager aufgenommen werden können (rund 40 Jahre). Der Transport auf der Schiene ist die vergleichsweise sicherste Methode. Verpackte hochaktive Abfälle haben auf diese Weise weltweit schon viele Millionen Kilometer zurückgelegt, ohne dass sich je ein schwerwiegender Transportunfall ereignet hätte.

Behälter widerstehen extremen Belastungen

Sowohl die Transportbehälter als auch die Lagerbehälter für Atommüll sind je nach Ausführung bis zu 140 Tonnen schwer. Transport- und Lagerbehälter für hochradioaktive Abfälle und abgebrannte Brennelemente sind so stabil, dass sie auch extremen Risiken und Belastungen standhalten, wie diverse Tests zeigen. So sind die radioaktiven Stoffe sicher eingeschlossen und gefährden weder Mensch noch Umwelt.

Abfallbehandlung vor dem Transport

Atommüll kann nicht einfach in ein geologisches Tiefenlager transportiert und dort gelagert werden. Vielmehr muss er vorher behandelt und zweckmässig verpackt werden. Je nach Abfalltyp erfolgt eine andere Behandlung. So werden die Abfälle in eine Form gebracht, in der sie sich sicher transportieren und lagern lassen. Dieser Vorgang heisst Konditionierung.

Zementfässer für schwach- und mittelaktive Abfälle
Sobald schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA) entstehen, müssen sie so behandelt werden, dass sie in einem Tiefenlager eingelagert werden können. Um das Volumen des Atommülls zu verringern, werden die Abfälle teils komprimiert, teils verbrannt. Die anfallende Asche und die Rauchgasfilter müssen ebenfalls als radioaktiver Abfall entsorgt werden. Die flüssigen Abfälle werden verfestigt. Anschliessend werden die behandelten SMA-Abfälle mit Zusatzstoffen in Fässer aus Stahl einzementiert.

Transportbehälter für hochaktive Abfälle und ausgediente Brennstäbe
Abgebrannte Brennstäbe geben noch viel Wärme ab. Deshalb können sie nicht direkt vom Kernkraftwerk in ein Tiefenlager transportiert werden. Zuerst kühlen sie sich einige Jahre im Abklingbecken des Kraftwerkes ab. Danach werden die Brennelemente wie auch andere hochaktive Abfälle in die grossen, bis zu 140 Tonnen schweren Transport- und Zwischenlagerbehälter gepackt. Darin werden sie ins Zwischenlager transportiert. Für das geologische Tiefenlager sind diese sogenannten Castor-Behälter allerdings zu gross. Deshalb wird man diese Abfälle in kleinere Endlagerbehälter umpacken müssen. Dafür braucht es eine spezielle Verpackungsanlage, die auch «heisse Zelle» genannt wird.

Umpacken in der heissen Zelle

Bevor die hochaktiven Abfälle und die abgebrannten Brennstäbe in kleinere Endlagerbehälter umgepackt werden, muss die Schutzhülle (Stahlmantel) vorübergehend entfernt werden. Dies geschieht alles fernbedient in einem Gebäude mit einer «heissen Zelle». Das Gebäude ist derart gut gesichert, dass es selbst einen Flugzeugabsturz überstehen würde. Eine solche heisse Zelle gibt es heute bereits im Zwischenlager Zwilag in Würenlingen; sie dient der Kontrolle sowie wo nötig der Reparatur und der Umverpackung der Abfälle. Allenfalls wird eine solche Verpackungsanlage auch am Ort des Tiefenlagers gebaut werden.